Vom 12. bis 14. Juni traf sich die Leichtathletik-Elite Nordrheins zu den Nordrhein-Meisterschaften der Altersklassen U16, U20 sowie der Frauen und Männer in Mönchengladbach. Mit einer kleinen, aber leistungsstarken Gruppe war auch der TuS Chlodwig Zülpich vertreten und konnte sich in einem hochklassigen Teilnehmerfeld hervorragend präsentieren. Ein Nordrheinmeistertitel, zwei Silbermedaillen, zwei Bronzemedaillen, zahlreiche persönliche Bestleistungen sowie ein Vereinsrekord unterstreichen die starke Bilanz der Zülpicher Athletinnen und Athleten.
Den Auftakt machte bereits am Freitag Fabian Böser in der Altersklasse M14 – und was für einen Auftakt. Über die 800 Meter setzte sich Fabian im schnelleren der beiden Zeitläufe von Beginn an taktisch klug an die zweite Position. Dieses Tempo hielt er über weite Strecken des Rennens. Zwar entstand im Verlauf des Rennens eine kleine Lücke zum Führenden, doch auf der Zielgeraden kämpfte sich Fabian Meter um Meter wieder heran. Mit einem beeindruckenden Schlussspurt zog er fast noch gleich und sorgte für ein packendes Fotofinish. Am Ende fehlten ihm denkbar knapp lediglich drei Hundertstelsekunden zum Titelgewinn. In starken 2:12,71 Minuten sicherte sich Fabian die Silbermedaille und damit die erste Nordrhein-Meisterschaftsmedaille seiner noch jungen Karriere.
Auch am zweiten Wettkampftag wusste Fabian zu überzeugen. Über 100 Meter qualifizierte er sich zunächst mit 13,03 Sekunden souverän für das Halbfinale. Dort steigerte er sich nochmals deutlich und blieb mit 12,96 Sekunden erstmals unter der 13-Sekunden-Marke. Mit dieser starken Leistung belegte er im Endklassement einen neunten Platz und unterstrich einmal mehr seine gute Form.
Später am Abend stellte sich Fabian noch einer besonderen Herausforderung. Über die 300-Meter-Distanz, die erst ab der Altersklasse M15 angeboten wird, trat er als jüngerer Athlet gegen die ältere Konkurrenz an. Mutig ging er das Rennen an und lief von Beginn an forsch an. Sein couragierter Auftritt wurde belohnt: In 40,47 Sekunden verbesserte er seine persönliche Bestleistung um rund anderthalb Sekunden. Mit dieser starken Zeit belegte er im Rennen der M15 einen neunten Platz.
Auch am letzten Wettkampftag stand Fabian noch einmal an der Startlinie. Über die 80-Meter-Hürden sprintete er in 13,86 Sekunden auf den elften Platz und komplettierte damit ein vielseitiges und starkes Wettkampfwochenende.
In der Altersklasse W14 stellte sich Isabella Hein erstmals der Konkurrenz des älteren Jahrgangs. Da Isabella eigentlich noch der W13 angehört, bedeutete dies gleich mehrere Umstellungen. So führte der Sprint nicht mehr über die gewohnten 75 Meter, sondern über die 100-Meter-Distanz. Auch im Weitsprung galten neue Bedingungen: Anstelle des Zonenabsprungs musste nun vom Absprungbrett gesprungen werden.
Über die 100 Meter zeigte Isabella eine starke Leistung. Im Vorlauf erzielte sie mit 13,66 Sekunden eine hervorragende Zeit und qualifizierte sich damit für das Halbfinale. Dort bestätigte sie ihre Leistung eindrucksvoll und lief mit 13,68 Sekunden erneut ein sehr starkes Rennen.
Auch im Weitsprung wusste Isabella zu überzeugen. Mit starken 4,75 Metern qualifizierte sie sich souverän für den Endkampf der besten Acht. Dort konnte sie ihre Weite zwar nicht weiter steigern, dennoch blieben die 4,75 Meter ein hervorragendes Ergebnis. In der Konkurrenz des ein Jahr älteren Jahrgangs belegte sie damit einen ausgezeichneten siebten Platz.
Für das nächste Ausrufezeichen sorgte Lisanne Wollersheim in der weiblichen Jugend U20 im Speerwurf. Bereits im ersten Versuch ließ Lisanne den Speer auf starke 36,75 Meter fliegen und setzte sich damit zunächst an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Auch in den folgenden Durchgängen präsentierte sie sich konstant stark. Zum Abschluss ihres Wettkampfes gelang Lisanne im sechsten Versuch noch einmal ein besonderer Wurf auf 37,08 Meter. Damit stellte sie eine neue persönliche Bestleistung sowie einen neuen Vereinsrekord der Frauen auf und gewann die Silbermedaille.
Am zweiten Wettkampftag ging Lisanne zudem im Diskuswurf der weiblichen Jugend U20 an den Start. Mit 32,47 Metern zeigte sie auch hier eine überzeugende Leistung und belegte einen guten sechsten Platz.
Die nächsten Medaillengewinne lieferte Caroline Herrmann in der Frauenklasse. Im Kugelstoßen zeigte Caroline einen konstant starken Wettkampf mit allen Versuchen über der 11-Meter-Marke. Besonders im letzten Versuch gelang ihr mit 11,85 Metern eine neue persönliche Bestleistung mit neuem Vereinsrekord, die ihr die Bronzemedaille einbrachte.
Auch im Diskuswurf überzeugte Caroline. Mit 34,62 Metern erzielte sie erneut eine persönliche Bestleistung und sicherte sich ebenfalls die Bronzemedaille. Zudem stellte sie damit den erst zwei Wochen zuvor von Lisanne aufgestellten Vereinsrekord in der Frauenklasse auf den Zentimeter genau ein.
Am zweiten Wettkampftag ging zudem Bibiane Wollersheim über die 200 Meter der Frauen an den Start. In einem stark besetzten Teilnehmerfeld zeigte Bibiane ein überzeugendes Rennen und lief nach 24,64 Sekunden auf einen hervorragenden vierten Platz.
Der krönende Abschluss aus Zülpicher Sicht folgte jedoch am dritten und letzten Wettkampftag. Im A-Finale über 400 Meter der Frauen – zugleich dem letzten Rennen des gesamten Meisterschaftswochenendes – sorgte Bibiane für den größten Erfolg des TuS Chlodwig Zülpich. Bibiane startete stark ins Rennen und positionierte sich von Beginn an hervorragend. Bereits bei 200 Metern lag sie in aussichtsreicher Position. Ausgangs der Kurve bei 300 Metern führte sie das Feld knapp an, wurde auf der Zielgeraden jedoch von einer Athletin des ASV Köln attackiert. Es entwickelte sich ein packendes Finale, in dem sich beide Läuferinnen nichts schenkten. Bibiane hielt dem Druck stand, verteidigte ihre Führung und setzte sich auf den letzten Metern entscheidend ab. Mit rund vier Zehntelsekunden Vorsprung gewann sie in starken 55,57 Sekunden die Goldmedaille und den Titel der Nordrheinmeisterin über 400 Meter.
Als einzige Athletin des TuS Chlodwig Zülpich durfte Bibiane bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Podest Platz nehmen. Die starke Siegerzeit bedeutete zugleich die erneute Bestätigung der B-Norm für die Deutschen Meisterschaften und setzte den Schlusspunkt unter ein außergewöhnlich erfolgreiches Meisterschaftswochenende für die Zülpicher Leichtathletinnen und Leichtathleten.
Die vollständigen Resultate sind in der offiziellen Ergebnisliste einsehbar.



























